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Zulassung meines Goggo`s oder das Behördendrama erster und zweiter Akt:


(Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen und anderen Zulassungsstellen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt)


1. Akt:

Am 22.11.2007 kam endlich die Deckungskarte von der Versicherung. Gleich am Nachmittag des 22.11. konnte ich nicht anders als die Arbeit liegen zu lassen und sofort heim zu fahren um gleich danach mit den Fahrzeugpapieren bewaffnet nach Lauf auf Landratssamt zu fahren um meinen Schlumpf anzumelden. Schon auf dem Weg ins Amtsgebäude hatte ich so eine dunkle Vorahnung und tatsächlich – es fehlte der Fahrzeugschein, ohne den ich das Goggo nicht anmelden konnte. Auch nach einigen Verhandlungen mit der Dame an der Zulassungsstelle wollte sie die Anmeldung ohne dieses Dokument nicht durchführen.

So, was nun? Wo bekomme ich die Papiere jetzt her?

Der Vorbesitzer in Falkensee hatte das Goggo doch nicht angemeldet, sondern nur mit seinem roten Oldtimer-Kennzeichen ausgerüstet und im Fahrzeugbrief stand das Kennzeichen vom Vorbesitzer Norbert Voß. Die Enttäuschung war riesig. Einigermassen gutes Wetter, den Nachmittag freigenommen und keine Möglichkeit das Goggo anzumelden und natürlich auch zu fahren.

Wie soll das nun weitergehen? Als ich das Amtsgebäude verlassen hatte rief ich in meiner Wut und ich war wirklich geladen, beim Vorbesitzer in Falkensee an um nach dem Fahrzeugschein zu fragen. Er hatte jedoch nur den Schein für sein rotes Kennzeichen – ob das ausreicht? Der original Fahrzeugschein war in Falkensee eingezogen und gegen den Schein für das rote Kennzeichen getauscht worden. Zurück zu Hause nahm ich Kontakt mit dem Landratsamt in Dithmarschen auf, wo ich hoffte eine Auskunft über den möglichen Verbleib des Fahrzeugscheines von Norbert Voß zu bekommen.

Der Herr vom Landratsamt schaute in seinen Unterlagen nach und gab mir die Auskunft, dass das Fahrzeug ordnungsgemäß abgemeldet wurde und die Papiere, also Brief und Schein an H. Voß gegeben wurden. Sollte der Fahrzeugschein nicht mehr auftauchen, bot er an, mit einer entsprechenden Verlustmeldung (in unseren Breiten geht das nur mit einer eidesstattlichen Erklärung vom Notar!!!) mir einen neuen Schein zu schicken, bzw. mit der Behörde in Lauf Kontakt auf zu nehmen und die Sachlage zu klären.
Als nächstes rief ich Norbert Voß an, der mir am Telefon mitteilte, das er alle Fahrzeugpapiere beim Verkauf des Goggo`s weitergegeben hatte.

Ja, also hier komme ich wohl nicht weiter.
Ich rief noch einmal in Falkensee an, wo der Vorbesitzer inzwischen versucht hatte die Sachlage bei seiner Zulassungsbehörde in Falkensee zu klären. Er gab mir die Telefonnummer der Behörde und versprach, den Fahrzeugschein HVL 07003 umgehend an mich zu schicken. Parallel suchte ich im Internet die Zulassungsstelle in Falkensee und fragte per Mail noch einmal nach, ob der Fahrzeugschein HEI NV 555 wirklich ordnungsgemäß eingezogen worden war. Die Antwort kam gleich am Freitag früh (23.11.2007): Der Fahrzeugschein wurde eingezogen und das rote Kennzeichen HVL 07 003 erstellt und für das Goggo zugelassen.

Jetzt fehlt nur noch die Post mit dem Fahrzeugschein, dann kann ich die zweite Runde beim Landratsamt zur Zulassung meines Goggo`s starten. Ohne Anmeldung und Nummernschilder gehe ich das nächste mal nicht aus diesem Landratsamt!!! Nicht nur, das ich am Donnerstag unverrichteter Dinge wieder von der Zulassungsstelle abziehen musste, nein, am Samstag (24.11.2007) war auch noch ein sonniger, trockener Tag – so richtiges Goggo – Wetter!

So ein Sch...!!!


2. Akt:

Die Post lässt auf sich warten, am 26.11.2007 war nichts dabei. Wurden die Papiere nicht weggeschickt? Was ist denn nun wieder los? Ich habe doch heute und morgen Urlaub und könnte das Goggo endlich anmelden... ? Mann, Mann, Mann ist das alles nervig!

Am frühen Nachmittag des 26.11 2007 rief ich noch einmal bei der Zulassungsstelle im Havelland an. Die Dame am Telefon gab mir ihre Durchwahlnummer und sagte, das die Behörde in Lauf bei Ihr anrufen kann, sie wird dann den entsprechenden Fahrzeugschein per Fax weiterleiten.
Mit der Telefonnummer bewaffnet fuhr ich nun wieder nach Lauf. Bevor ich zur Haustür hinausging tastete mich meine Tochter ab, ob ich nicht irgendwelche Waffen dabei habe – "damit nichts passiert, wenn die mein Goggo wieder nicht anmelden!"

In Lauf angekommen, kam ich zufällig wieder zu der gleichen Dame an der Zulassungsstelle. Sie wollte immer noch den Fahrzeugschein von mir! Ich deutete nur auf die mitgebrachte Telefonnummer vom Havelland, sie telefonierte und nach einiger Zeit kam wirklich das versprochene Fax mit den Fahrzeugscheindaten für mein Goggo.
Geschafft – oder?

Nein, die Dame an der Zulassung wollte noch eine schriftliche Bestätigung aus Havelland, das nichts gegen eine Zulassung spricht, da ja der Fahrzeugschein im Original nicht vorlag. Also noch mal mit Havelland telefonieren und auf ein weiteres Fax warten – endlich bekam ich meinen Ausdruck für die Kasse, um für die Anmeldung zu bezahlen.
Zurück bei der Dame der Zulassungsstelle wollte diese von mir eine Bestätigung über die Abgassonderuntersuchung (AU)!

Oldtimer, 2-Takter, AU!?!

Ich werde wahnsinnig!!

Soll ich jetzt losschreien oder Ruhe bewahren?!?


Der Hals war ganz schön dick! Man fühlt sich richtig ausgeliefert auf dieser Behörde...

Ich sah die Anmeldung schon wieder schwinden und sagte nur „das ist ein 2-Takter, für den gibt es so was nicht“ und schob der Dame alle TÜV-Unterlagen, die ich bei mir hatte hin. So, die war erst mal beschäftigt.
Sie druckte mir die Zuteilung der gewünschten Nummernschilder LAU GO 68 – für Goggo Baujahr 1968 aus und ich ging los um die Schilder prägen zu lassen. Fasst geschafft! Die Schilder hab ich schon und gebe sie auch nicht mehr her! Die müssen mich, wenn es sein muss, aus der Zulassungsstelle tragen!
Nun muss nur noch der TÜV-Stempel und die Zulassung drauf.

In der Zwischenzeit hatte die Dame vom Amt die TÜV-Unterlagen durchgelesen und bestätigt, das ich keine AU brauche – nächste Hürde geschafft! Die Stempel wurden aufgeklebt und nichts wie ab nach Hause und die Schilder ans Goggo montiert. Das Wetter war zwar nicht besonders gut, aber es regnete nicht und so ging es zur ersten Runde durch Hersbruck!

Der Spaß am Schlumpf hat die Aufregung mit der Behörde schnell wett gemacht und seit dem knattert es lustig in Hersbruck!

12.08.08 Schlumpf-Papa